Käsephilosophie

Haben früher Regionen etlichen Käsesorten ihren Namen verliehen, so beschleicht mich das Gefühl, mancher Käse macht heute bestimmte Regionen erst bekannt und damit wirtschaftlich und touristisch interessant. Sogar ganze Länder schmücken sich mit Käse, wie Schweiz oder Holland. Wer würde schon belgische Grafschaften kennen, hießen eine nicht "Limburg" oder französische Ortschaften nahe Paris, würde sich nicht eine "Brie" nennen ? Käse ist als Nahrungsmittel älter als Wurst, wen wundert´s: er kann unter Umständen alleine entstehen (was man von Sülzwurst nicht sagen kann) und er hält sich länger. Die Behauptung er stänke, ist nur bösartige Unterstellung. Unzählige Aussagen ranken sich um ihn: er schlösse oder öffne den Magen oder mache mit Brot die Wangen rot. Tja und die Löcher? Wer glaubt den schon den Erklärungen der Käsehersteller, es ist immer noch reichlich mysteriös ! Die Liste der Käsesorten und Unterarten, der Zubereitungen und Beimischungen ist schier unübersehbar. Tilsiter, Gouda, Chester, Camembert, Parmesan, Emmentaler, Appenzeller, Roquefort, Brie, Romadour, Gervais, Harzer Roller, und und und und.........................Als Fondue, als Belag, als Suppe oder Soße, zum Überbacken oder mal eben nur so aus Heißhunger auf etwas Würziges, gibt es wirklich ein Leben ohne Käse ? Und erst die Geschichten um den unter den Schrank genagelten Stinker, der ganze Umkleideräume unbenutzbar machte...........

Wer erstmal richtig an den Käs gerät,
ihm wie die Maus hinfür nicht widersteht
(Tischzuchtbüchlein für das Gesinde, 1806)

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